Das dritte Meisterstück, dass die angehenden Korb- und FlechtwerkgestaltermeisterInnen abliefern müssen, ist die Reisetruhe mit Auffalldeckel, mit gewürfeltem Rumpfgeflecht. Die Maße waren hier bei uns: 80x50x50cm (LxBxH). Diese Truhen werden selten – und sicherlich nur auf Bestellung – noch geflochten, wenn überhaupt. Aber sie sind sehr stabil und geräumig. In solch einer Truhe steckt sehr viel Technik und Präzision. Oft ist es ja so, dass ein Laie technische Mängel nicht unbedingt gleich sieht, falls überhaupt. Bei einem eckigen Korb (oder Truhe) jedoch sind Abweichungen in den Diagonalen zum Beispiel sofort und jedem ersichtlich. Das gewürfelte Rumpfgeflecht ist eine sehr zeitaufwendige Geflechtsart, kann dafür aber mit ansprechender Optik, sehr großer Stabilität (doppelwandig geflochten) und praktisch keinen Abschnitten im oder draußen am Korb aufwarten. Das alles also in 3 Tagen, das ist die Herausforderung. Und ja, es ist wirklich eine. Natürlich ist vieles auch eine Frage der Übung, aber wie schon geschrieben: selten gefordert, also auch selten geübt. Da heißt es ranklotzen. Pausen sind sowieso was für Anfänger (ist natürlich Mist, Pausen sind eigentlich sehr wichtig… Prüfungen aber in dem Moment wichtiger….) … und wenn man so klein ist wie ich, dann muss man sich manchmal eben was einfallen lassen, um seine Arbeit ordentlich zu machen.

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