• Nun ist er endlich fertig, der Moseskorb für das Kinder- und Jugendhospiz „Sternenzelt“ in Bamberg. Er ist gedacht für den Abschied von den Kleinsten, um in diesen dunklen Stunden ein wenig Geborgenheit und Würde zu spenden. Doch wünsche ich mir noch viel mehr, dass er gar nicht erst gebraucht wird.

    Zum Technischen:

    Ich habe einen flachen Boden benötigt und mit Holzleisten kann man mit dieser Technik im Grunde fast jede Größe flechten. Die Berechnung der Eck-Bodenstöcke, die beigesteckt werden müssen, ist nicht ganz leicht, aber auch das gemeistert. Ich habe mich für ein schlichtes Geflecht entschieden und mich so im Rumpf hochgeflochten. Eine Form hatte anfangs geholfen, dass es auch in dieser Größe nicht eskaliert. Aber schon bald flocht ich ohne, es war einfacher. Am Kopf- und Fußende habe ich noch etwas aufgeflochten und so eine organische, lebendige Form bekommen. Der Zuschlag war nicht ganz ohne, es waren 90 Staken und draußen warm (was insgesamt während des Flechtens ein Problem war, außer als ich im Regen flocht) aber mit einem Zerstäuber konnte ich die Weiden geschmeidig halten. Und zu guter Letzt sollte auch ein Bezug zum „Sternenzelt“ geschaffen werden. Erst dachte ich an Sterne aus geschälter Weide, aber bemerkte, dass es nicht passte, denn es fiel zu wenig auf und war dabei gleichzeitig störend. Also nahm ich ungeschälte grüne Weiden und habe drei kleine Begleiter an die Außenseite und einen großen Stern auf die Innenseite auf Höhe des Kopfes mit Weidenschienen befestigt. Worüber ich sehr erstaunt bin: wie unfassbar gut das geklappt hat und wie fest diese Sterne sind.

    Details des Moseskorbes
    Moseskorb
  • Die Sommerferien sind eine ganz wunderbare Möglichkeit, nochmal ganz intensiv zu üben, zu experimentieren, auszuprobieren oder auch einfach die Dinge zu flechten, zu denen sonst so die Zeit fehlt. Zum Beispiel interessiert mich schon lange das Fischgrätengeflecht. Fasziniert mich geradezu. Nicht unkompliziert und erfordert permanente Konzentration. In einem großen bauchigen Korb mit 3 Schichten mit dem Fischgrätengeflecht habe ich zwar mit jeder Schicht weniger Fehler gemacht, aber fehlerfrei gelang es mir noch nicht.

    Ich probierte mich auch weiter an den gezogenen Schalen aus. Nach und nach verstehe ich immer besser, was wann wo wie stark gezogen werden muss. Und wie ich eine gute und „echte“ Schalenform komme.

    Und dann habe ich ja noch mein Herzensprojekt. Den Moseskorb für das Kinder- und Jugendhospiz „Sternenzelt“ in Bamberg. Für die traurigen Momente, in denen den Angehörigen der Kleinsten und ihnen selbst noch ein letztes Mal etwas Geborgenheit gegeben werden soll, eine Wertschätzung. Ich wünschte, ich könnte hierfür bessere Worte finden. Doch ebendiesen Menschen mit dieser Arbeit Unterstützung zu symbolisieren, das ist mir wichtig.

    Da dieser Korb gerade und stabil stehen muss, habe ich mich für einen ungewöhnlichen Boden entschieden. Ich wurde hierbei super von meinen Lehrern unterstützt, wie ich unbedingt anmerken möchte. Da es dieser Tage sehr heiß war und der Korb doch etwas größer ist, war ich nicht unglücklich über den Regen, der mir half, die Weiden feucht zu halten. So ging die Schicht dann doch ohne größere Verluste von der Hand. Wenn er dann mal fertig ist, poste ich ihn mal in Gänze. Aktuell muss ich nur leider pausieren… scheinbar doch etwas übertrieben mit dem flechten…

  • Die zurückliegenden Pfingstferien habe ich intensiv genutzt um alles mögliche auszuprobieren oder mal zu machen oder oder … wie immer ist nicht alles gleich eitel Sonnenschein, aber was hätte man dann schon erreicht? Viele Dinge probiere ich gerne aus und fuchse mich ein, bis es dann mal klappt. Und so hatte ich meine Wildholzmöbel-Sitzbank (die ich in der Schule im Rahmen des Möbelbau-Lernfelds baute) mit Weiden geflochten, mich mit dem wunderschönen aber nicht ganz leicht durchschaubaren Fischgrätengeflecht auseinandergesetzt (und mit externer Hilfe dann auch verstanden), mich mit gestäbt-gefitzt ausprobiert (und ja, es ist wirklich so schief wie auf dem Bild, aber wenn man sich halt auch als allererstes Versuchsobjekt an dieses Riesending wagt….) und zu guter Letzt auch noch mal eine gezogene Schale probiert. Letztere auch in Teamarbeit und wir hatten uns leider zu viel Arbeit gemacht, wie wir später gemerkt haben und Kenner es auch am Sechseck in der Mitte erkennen werden: wir hatten zu viele Ober- und Unterbindungen gemacht. Somit war das notwendige Ziehen stark erschwert. Es war jedenfalls eine sehr schöne und lehrreiche Ferienzeit und wenn dann mal auch schöne Objekte rauskommen bei allem gelernten und weitergeführten, kommen Sie in die Galerie.

    Start der Beflechtung
  • So ein Feiertag – insbesondere mit derartig fantastischem Wetter – bietet sich für viele Dinge an. Wir entschieden uns, die Garage aufzuräumen – was lange überfällig und dringend nötig war. Beim Aufräumen fand ich dieses Metallgestell, was wohl mal eine Bank / Couchtisch oder ähnliches war. Genaues weiß man nicht… aber wir fanden auch Unmengen alter Schnur und Seile. Weil wir sonst keine Verwendung dafür hatten bzw. davon ausgegangen sind, dass es qualitativ schon ganz schön gelitten haben dürfte, habe ich schlicht Resteverwertung betrieben und das Gestell beflochten, mit der gleichen Flechttechnik wie beim Worpsweder Binsengeflecht. Und ich hatte ziemliches Glück. Die dickeren Seile, mit denen ich begann, reichten genau, um die kurzen Seiten zu vervollständigen. Den Rest in der Mitte flocht ich dann mit den dünneren aus. Auch wenn ich die Bank recht bequem finde, scheint sie doch eher von meinen felinen Freunden primär genutzt zu werden. Auch in Ordnung, ich hab mich schon übers flechten gefreut 🙂

  • Alle Bilder hier von Samira, meiner Mitschülerin!

    Am vergangenen Samstag – 13.05. – war in Lichtenfels der angekündigte Flechthandwerkermarkt und in dessen Zuge auch das Flecht-pop-up, an dem wir Schüler der Fachschule für Flechtwerkgestaltung teilnahmen. Das ZEF hatte es für uns organisiert und uns 5 schöne Plätze reserviert. Ich war mit zwei Mitschülerinnen – Team „2. Schicht der IHM“ – am Schloss mit einem wunderbaren Ausblick. Vom Wind abgesehen war es auch wirklich schönes Wetter und es gab auch interessierte Zuschauer und Ausstellungsbesucher. Sicherlich war es bei uns etwas ruhiger als bei den Kolleginnen am Markt, aber dafür hatten wir auch mehr Ruhe, Fragen zu beantworten oder Gespräche zu führen. Das Obermain-Tagblatt hatte über den Markt und das Flecht-pop-up hier berichtet.

    Gerne wieder und wenn ich da eine Vorbestellung abgeben dürfte: weniger Wind und mehr Sonne wäre schön 🙂

  • Es ist soweit! Es gibt wieder geflochtenes zu erwerben! Am 13.05.23 gibts wieder einen Flechthandwerkermarkt in Lichtenfels! Viele Flechter, viel regionales und viel zu sehen! Auch wir Schüler der Fachschule für Flechtwerkgestaltung werden vor Ort sein! Und das sogar in zweierlei Gestalt: Wir haben einen Stand, an dem wir unsere selbstgeflochtenen Sachen verkaufen werden und noch dazu gibt es das „Flecht-Pop-up“, bei dem auf verschiedenen Plätzen Schüler verschiedene Flechttechniken vorstellen und vorführen! Kommt vorbei und staunt und genießt und schaut! Wir freuen uns auf euch!

  • Es gibt ja nicht nur Weiden, das ist ja nichts neues. Gerade für zuhause und außerhalb der Schule überlege ich mir immer wieder, was man unkompliziert flechten könnte. Und da habe ich schon vor einem Jahr das wunderbare Buch „Aus Streifen geflochten“ geschenkt bekommen. Ich mache hier ausdrücklich keine Werbung dafür, insbesondere da ich es für Anfänger nur bedingt geeignet finde, da glaube ich muss man zumindest gut räumlich denken können und Anleitungen gut umsetzen können. Ich hatte ganz am Anfang meiner „Flechterkarriere“ das schon mal versucht, bin aber schnell irgendwie wieder rausgekommen. Nun neue Versuche, jetzt auch dreidimensional und ich finde die Vorerfahrungen und -kenntnisse, die ich schon sammeln durfte, sehr hilfreich.

    Jedenfalls habe ich aber auch schnell gemerkt, dass Papier nicht der ideale Werkstoff ist. Ich erinnerte mich, dass ich noch eine Rolle Tapete übrig hatte und mit meiner Papierschneidemaschine kann ich hier natürlich flott und genau DIE Streifen schneiden die ich brauche. Und was soll ich sagen? Ich flechte und flechte und flechte…. es macht immens viel Spaß, da man außer ein paar Klammern, eine Schere und evtl. einen kleinen gebogenen Pfriem (ich habe ein uralt-Werkzeug gefunden, dass sich herrlichst eignet) nichts braucht. Geduld nur am Anfang, aber eigentlich kommt man schnell rein. Die Tapete ist halt so ein herrlicher Werkstoff, weil es nicht so leicht reißt wie Papier, flexibler und widerstandsfähiger ist. Aber dafür hat es auch weniger Reibung und rutscht schneller auseinander, man muss also alles gut zusammenhalten und immer wieder die Lage korrigieren. Aber es macht viel Spaß und es gibt schöne Ergebnisse!

    Und dann ist man natürlich auch noch super vielfältig in der Anwendung! Zum Beispiel ist dann so ein Körbchen auch ein sehr stimmungsvolles Licht, wenn man ein Glas mit einer Kerze reinstellt. Die Struktur wird durch das Licht so schön erkennbar … ich plane jedenfalls noch eine ganze Menge und überlege auch, wie man einen schönen Lampenschirm bzw. Beleuchtung flechten kann 🙂

  • 16.03.2023

    Zurück von der Messe und ich versuche mich noch immer, alles zu verarbeiten. Ich war mit zwei Mitschülerinnen von FR bis SO auf der Messe und wir hatten richtig viel zu tun! Denn es interessierten sich soviele Menschen für unseren Stand, unsere Schule, das Flechten und das Feinflechten und die Objekte und und und… es war unglaublich! Ich durfte viele nette Menschen kennenlernen und Kontakte knüpfen, ich durfte Fragen beantworten und meine Faszination für dieses wunderbare Handwerk teilen! Wir haben soviel positive und inspirierende Rückmeldung, Wertschätzung und Anerkennung bekommen, dass mir dafür fast die Worte fehlen. Aber eines fällt mir dazu ein: Danke!

  • Das schöne am Flechten ist ja, dass es unbegrenzte Möglichkeiten gibt, sich kreativ auszutoben. Ich kratze erst an der Oberfläche, aber ach – was ist das für ein Potenzial! Materialmix und Verknüpfungen von zumeist noch Unverknüpftem locken mich schon immer… 

    Für ein Gestaltungs- und Feinflechtprojekt in der Schule (Fachschule für Flechtwerkgestaltung in LIF) sollten wir uns mit dem Thema „Der gedeckte Tisch“ auseinandersetzen. Hierzu habe ich mich entschieden, ungenutztem oder ungeliebtem zu einem neuen Leben zu verhelfen. Aus Alt mach Neu, Porzellan wird kombiniert mit Feingeflochtenem. Und weil es so schön war, gleich noch ein textil umwickelter Rand, aber natürlich farblich passend – da bin ich genau. Und ich darf hinzufügen: sie sind deutlich stabiler als sie aussehen!

    In meiner Galerie findet ihr zwei meiner Schalen. Diese werden auf der Internationalen Handwerksmesse in München (08.-12.03.2023) zusammen mit den Stücken meiner Mitschüler gezeigt. Ich bin mir sicher, da entdeckt man viele Preziosen und Wunderbarkeiten und ich hoffe, wir können ein wenig Staunen hervorrufen!

    Feines Flechten an euch alle! 

    Ostfriesenkreuz
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner